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Im Kampf für eine plastikfreie Umwelt

Do 23.05.2019

Autor : Corinne Rüetschi

Seit siebzehn Jahren laden die Organisatoren von IMMOClassic im Mai zu klassischer Musik und Informationen mit Bezug zur Bau- und Immobilienbranche in der Region Zürichsee ein. In diesem Jahr erwartete die rund 150 Gäste ein Referat der besonderen Art. Roman Peter, studierter Informatiker, startete 2012 seine Weltreise und fand anlässlich seines mehrmonatigen Aufenthalts in Thailand überraschend zu seiner Berufung: Den Kampf für eine plastikfreie Umwelt. In seinem eindrücklichen Referat präsentierte er den anwesenden Gästen Bilder aus dem Paradies, die alles andere als paradiesische Zustände aufweisen. Von 20 Meter tiefen Plastikmüllgürtel, die sich an den abgelegensten Stränden Thailands ansammeln und in denen man knietief versinkt, über Meerestiere, die elend am Plastikmüll verenden oder die sich der Umwelt anzupassen versuchen, indem sie in weggeworfenem Müll neue Behausungen finden. Bilder, die man so vom Urlaubsparadies nicht gewohnt ist und die man dort wie auch sonst nirgendwo auf der Welt antreffen will.  
 

Erschreckende Prognosen

Wissenschaftler vermuten, dass ohne ein schnelles Eingreifen ab dem Jahr 2050 mehr Plastik als Fische in unseren Meeren schwimmen wird. Dies bedroht einerseits die Artenvielfalt und stellt andererseits ein grosses Risiko für die Gesundheit dar. Trotz dieser Gefahren haben Regierungen und Industrien bisweilen keine ausreichende Lösung ausgearbeitet. Ein weiteres Problem besteht darin, dass unsere Welt unkontrolliert zugemüllt wird. Laut Schätzungen werden jährlich über vier Milliarden Tonnen Abfall nicht korrekt entsorgt. Vom Abfall, der ordnungsgemäss eingesammelt wird, werden hingegen weniger als 20% wiederverwertet. Dies geschieht vor allem in wirtschaftlich fortgeschrittenen Ländern. Etwa ein Drittel des Abfalls wird einfach in Gewässer geschüttet oder öffentlich verbrannt. Über acht Millionen Tonnen Kunststoffabfälle landen jedes Jahr in unseren Weltmeeren. Diese Verschmutzung wirkt sich schädlich auf unsere Nahrungsmittel und somit auf unsere Gesundheit aus, da Wasser- und Luftqualität beeinträchtigt werden. Des Weiteren leben rund 65 Millionen Menschen weltweit entweder in oder neben offenen Müllhalden. In einigen Teilen der Welt ist die schlechte Abfallwirtschaft sogar für mehr Todesfälle verantwortlich als Malaria.

Was geht uns Schweizer das an?

Auch in der Schweiz ist das Plastikproblem präsent. 2018 veröffentlichte eine Studie der Universität Bern die Resultate von Bodenproben von Genf bis ins Bündnerland. Fast alle Bodenproben wiesen Mikroplastik auf. Die Forscher gehen davon aus das der Wind die Partikel bis in die entlegensten Schweizer Alpen transportiert. Geschätzte 53 Tonnen Mikroplastik sollen sich bereits in den Schweizer Böden befinden.

Facts & Figures Trash Hero

In fünf Jahren und mit der Unterstützung von ausschliesslich ehrenamtlichen Mitarbeiter/Innen ist die Trash Hero Bewegung von einem wöchentlichen «Cleanup» in Thailand zu mehr als 100 Gruppen rund um den Globus herangewachsen.

Die Zwischenbilanz im Dezember 2018 zeigt die folgenden Zahlen: 

  • 5’269 weltweite «Cleanups» mit 177’023 Freiwilligen, darunter 41’808 Kinder. Damit hat die Trash Hero- Bewegung fast 900 Tonnen Müll von den Stränden und Städten entfernt.
  • Ein weiterer Effekt ist der eingesparte Gebrauch von 26.5 Millionen Plastikflaschen durch die eigens eingerichteten Nachfüllstationen für Trinkwasserflaschen.
  • Die aus Pet-Flaschen hergestellten und wiederverwertbaren Taschen von Trash Hero haben bereits 1 Million Einwegplastiktaschen ersetzt.
  • Weitere Zahlen sind auf www.trashhero.org ersichtlich.

Über Trash Hero 

Die weltweit tätige Organisation Trash Hero mit Sitz in der Schweiz bringt Menschen mit einmaligen Aktionen zusammen. Insbesondere an Orten, wo Plastik aus den Ozeanen die Umwelt und das tägliche Leben vor grosse Herausforderungen stellt. Unter der Leitung des Luzerners Roman Peter mobilisieren sich mittlerweile weltweit über 170‘000 Freiwillige, um den globalen Plastikverbrauch einzudämmen und die Umwelt davon zu befreien.

Die Schweizerische Umweltstiftung würdigte im Jahr 2017 mit dem «Anerkennungspreis» das Engagement von Trash Hero im Bereich der weltweiten Sensibilisierung von Menschen zur Littering Problematik und der lokalen Beseitigung von Verschmutzung durch Plastik.

Weitere Informationen über das Engagement, Produkte und Spendenmöglichkeiten:

www.trashhero.org

Organisatoren IMMOClassic

KWC, Franke Water Systems AG, RICHNER, Schenker Storen AG, Schlagenhauf, St. Galler Kantonalbank AG, V-ZUG  

 


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